AUTOSHUTTLE
Home | Beschreibung | English

Anhang A13: Entwicklungsrisiko

Im diesem Anhang werden kritische Fragen an das aktuelle Konzept des AUTOSHUTTLE gestellt. Die Antwort gibt eine Begründung der im Hauptteil des Dokumentes beschriebenen Lösung sowie gegebenenfalls einen Alternativvorschlag.

1. Warum werden die Straßenfahrzeuge in Kabinen und nicht auf offenen Paletten transportiert?

Der Luftwiderstand mit geschlossenen Kabinen ist wesentlich geringer. Ein Konvoi aus 38 PKW-Kabinen benötigt bei 180 km/h pro Auto umgerechnet etwa 1,5 l Diesel auf 100 km gegen den Luftwiderstand. Auf offenen Paletten wären es etwa 6 l Diesel. Damit wäre die ökologische Bilanz wesentlich ungünstiger.

Geschlossene Kabinen sind sicherer. Eine Verankerung der Autos auf offenen Paletten wäre aufwendig und anfällig. Weiterhin besteht ein Wetterschutz. Ein angenehmes Raumklima ist den meisten Klimaregionen durch eine Durchlüftung der dauernd mit 180 km/h fahrenden Fahrzeuge erreichbar. Bei hohen Außentemperaturen kann eine Vorkühlung mit Solarenergie vorgesehen werden. Während der kalten Jahreszeit ist innerhalb der geschlossenen Kabinen eine Heizung möglich.

2. Warum verzichtet man nicht auf die Konvoibildung während der Fahrt, die die Entwicklung eines neuartigen Betriebssicherungssystem und der starren Weichen notwendig macht? Die Kabinen könnten einzeln fahren oder die Konvois könnten wie eine klassische Eisenbahn an den Zwischenstationen anhalten. Die neuartige Starre Weiche könnte entfallen.

Durch die Konvoibildung ergibt sich ein wesentlich reduzierter Luftwiderstand pro Fahrzeug. Damit reduziert sich auch der Energieverbrauch, der zum größten Teil durch den Luftwiderstand bestimmt ist.
Ohne Konvoibildung während der Fahrt ist die Finanzierbarkeit deutlich verschlechtert. Wenn man wie eine klassische Eisenbahn Zu- und Aussteigen nur während der Halte zulässt, müßte man einen Kompromiss aus Haltestellendichte und möglichst hoher Durchschnittschnittsgeschwindigkeit finden. Hätte die AUTOSHUTTLE nur wenige Zwischenstationen, wären wesentlich weniger Fahrgäste zu erwarten, da es für viele potentielle Benutzer keine naheliegende Station gäbe. Bei vielen Zwischenstationen würden die Fahrgäste aufgrund der gegenüber dem Selbstfahren deutlich niedrigeren Durchschnittsgeschwindigkeit ausbleiben. Bei einem Haltestellenabstand von 5 km, 2 min Haltezeit und einer Streckengeschwindigkeit von 180 km/h würde die Durchschnittsgeschwindigkeit bei konventionellem Betrieb auf 65 km/h sinken. Der Energieverbrauch stiege trotz der geringeren Durchschnittsgeschwindigkeit an. Die Akzeptanz wäre sehr schlecht. Aufgrund der geringen Einnahmen wäre ein kostendeckender Betrieb unmöglich. Das Entwicklungsrisiko des Konvoikonzepts lohnt sich daher.

3. Warum baut man nicht den AUTOSHUTTLE nur für Lastwagen?

Weil die Finanzierbarkeit schlechter wird und die Umwelt weniger entlastet würde. Das System kann alle Typen von Straßenfahrzeugen transportieren. Die Finanzierbarkeit wird umso besser, je mehr Fahrzeuge transportiert werden. Weniger als 15 % der Fahrzeuge sind Lastwagen. Die Baukosten der Strecke sind in den ersten Jahren der dominierende Kostenfaktor und fast unabhängig von der Anzahl der transportierten Fahrzeuge.

4. Warum lässt man den AUTOSHUTTLE nicht langsamer als 180 km/h fahren?

Würde man die Geschwindigkeit senken, würde auch der Energieverbrauch des AUTOSHUTTLE sinken. Durch die sinkende Akzeptanz und damit verbunden der höhere Selbstfahreranteil würde der Gesamtenergieverbrauch von Selbstfahrern und Benutzern des AUTOSHUTTLE zusammen höher liegen. Auch der gesamte Verkehrslärm stiege an. 180 km/h ist für die meisten Strecken ein Optimum aus Akzeptanz, Energieverbrauch und Wirtschaftlichkeit.

5. Warum baut man den AUTOSHUTTLE nicht in Rad/Schiene-Technik?

Weil der Wartungsaufwand durch Verschleiß an Rädern und Schienen größer wäre. Das übliche Rad-Schiene-System mit Spurkränzen kann an den starren Weichen nur mit erheblichem Aufwand verwendet werden. Die Lärmbelastung innerhalb der Kabinen und für die Streckenanwohner wäre deutlich höher. Der Energieverbrauch wäre ebenfalls erhöht, da mit der vorgestellten Magnetschwebe-Konfiguration kleinere Fahrzeugquerschnitte und sehr geringe Wirbelstrom- und Luftspaltregelungsverluste realisiert werden können.

Gleichwohl ist die Rad-Schiene-Technik beispielweise mit Langstatorantrieb eine denkbare Alternative falls es zu unerwarteten Schwierigkeiten bei der Entwicklung des Magnetschwebesystems kommen sollte.

6. Warum läßt man die einfädelnden Kabinen nicht hinter einem soeben vorbeigefahrenen Konvoi auf die Hauptstrecke auffahren, beschleunigen und den Konvoi einholen? Wenn ein startendes Fahrzeug ausfällt und unerwartet verzögert wird, muß dann der Konvoi nicht anhalten. Die Wahrscheinlichkeit, daß es zu einem Auffahrunfall kommt, ist vor allem bei im Konvoi aneinandergekoppelten Fahrzeugen kleiner. Ausfallende Fahrzeuge würden von den anderen Fahrzeugen mitgezogen werden.

Der Energieverbrauch vor allem bei Kurzstrecken steigt bei der dargestellten Betriebsweise an. Die Fahrzeuge müßten einige Kilometer mit über 180 km/h fahren um den Konvoi einzuholen. Bei einer Fahrt von 10 km Länge mit dem AUTOSHUTTLE läge der Energieverbrauch für ein Auto bei umgerechnet etwa 10 l Diesel auf 100 km statt etwa 3 l.

Da die AUTOSHUTTLE eine sehr gute Finanzierbarkeit aufweist, kann das im Hauptteil des Dokumentes beschriebene aufwendige Sicherungssystem vorgesehen werden, welches mit extrem hoher Sicherheit Unregelmäßigkeiten feststellt und nachfolgende Fahrzeuge geeignet verzögert. Die Wahrscheinlichkeit eines Auffahrunfalles kann auf vernachlässigbare Werte verringert werden. Zudem ist beim Langstator-Antrieb ein fahrzeugseitiger Ausfall der Antriebsfunktion extrem unwahrscheinlich.

Dennoch ist die dargestellte Betriebsweise eine Alternativlösung, falls es zu unerwarteten Problemen bei der Entwicklung des Sicherungssystems kommt.

7. Warum läßt man startende Kabinen nicht auf separaten Beschleunigungsgleisen beschleunigen und erst beim Erreichen von 180 km/h auf die Hauptstrecke hinter einen Konvoi einscheren? Wenn die Konvoi-Fahrzeuge immer zusammengekoppelt fahren, werden einzelne ausfallende Fahrzeuge aus dem Konvoi mitgezogen.

Die Einfahrt in ein besetztes Gleis bei hoher Geschwindigkeit ist sehr sicherheitskritisch. Bei geringen Abweichungen vom Sollverlauf kann es zu Flankenfahrten kommen, die sehr schlimme Auswirkungen hätten. Fahren die Kabinen alle auf einem Gleis hintereinander, kommt es bei geringen Abweichungen höchstens zum unsanften Aneinanderstoßen mit zumeist geringfügigen Folgen. Zusätzlich muß bei der hier vorgestellten Alternativlösung ein langes Beschleunigungsgleis verlegt werden.

8. Warum verzichtet man nicht auf die aufwendige Fahrpreisberechnung und nimmt einen Einheitsfahrpreis pro km oder differenziert in z. B. drei Fahrpreisstufen ?

Weil die Akzeptanz und damit die Finanzierbarkeit dadurch stark verringert wird. Viele Autofahrer würden dann nicht mit dem AUTOSHUTTLE fahren, weil es teurer ist als Selberfahren. Die Autofahrer, für die der Fahrpreis viel günstiger wäre als beim Selberfahren, fahren deswegen auch nicht wesentlich mehr. Es ergeben sich Einnahmeverluste.

9. Hat die Finanzierungsprognose Sicherheitsreserven ?

Die Finanzierungsprognose hat sehr hohe Sicherheitsreserven. Das Umfrageergebnis ergibt 96% potentielle Umsteiger von der normalen Autobahn zum AUTOSHUTTLE. Eine subventionsfreie Finanzierung ist noch möglich, wenn nur 30% umsteigen. Voraussichtlich werden somit mehr als 30% umsteigen. Andere geplante spurgeführte Verkehrsmittel weisen demgegenüber einen beträchtlichen Finanzierungsanteil durch staatliche Subventionen auf.

10. Warum baut man den AUTOSHUTTLE nicht in Kurzstator-Antriebstechnik?

Weil die Bau- und Betriebskosten mit Langstator geringer sind. Bei der hohen Anzahl von Fahrzeugen ist es günstiger, den Antrieb im Fahrweg zu haben. Die Wartungskosten der Fahrzeuge sind geringer. Die Zuverlässigkeit der Fahrzeuge ist höher. Es gibt keine verschleißbehaftete oder verlustreiche Antriebsenergieübertragung auf das Fahrzeug.

Prinzipiell ist der Aufbau mit Kurzstator-Antrieb jedoch möglich, falls es zu unerwarteten Schwierigkeiten bei der Entwicklung der Langstatorsystems kommt.

11. Warum baut man die Kabinen nicht bis auf Fenster undurchsichtig?

Weil die gewählte Gestaltung am wenigsten Platzangst erzeugt. Andere Designs sind selbstverständlich prinzipiell auch möglich, beispielsweise falls kein geeignetes kratzresistentes Material zur Verfügung steht.

12. Ist in einer Kabine keine große Gefahr durch Vandalismus oder Kriminalität zu befürchten ?

Der AUTOSHUTTLE ist wenig einladend für Kriminalität, da ein Krimineller befürchten muß, daß die Fahrt von der Betriebsaufsicht überwacht wird und Kontrollen an der Ausfahrstation stattfinden. Für Notfälle steht die Notruftaste zur Verfügung.